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Tech Talk

Die Wahrheit über das Inventory Management von Industrieelektronik

Zuletzt aktualisiert
April 07, 2026
Lesezeit
6 Minuten
Die Wahrheit über das Inventory Management von Industrieelektronik

Für viele Unternehmen folgt das Inventory Management von Industrieelektronik noch einer einfachen Regel: Wenn Anlagen funktionieren, ist alles in Ordnung. Wenn sie ausfallen, wird ein Ersatzteil bestellt. Laut Saif Syed, CEO von NRI Industrial Sales, ist dieser traditionelle Ansatz veraltet und oft kostspielig. Durch ein strategischeres Inventory Management können Unternehmen Ausfallzeiten und Kosten erheblich reduzieren.

Kommunikation ist der Schlüssel zur Vermeidung von Ausfallzeiten

Eines der größten Probleme in vielen Organisationen ist die mangelnde Kommunikation zwischen Abteilungen wie Betrieb, Einkauf und Finanzen. Dadurch kommt es häufig vor, dass Unternehmen Teile kaufen, die bereits intern verfügbar sind. Syed erklärt: „Linie A fällt aus und das Unternehmen kauft sofort ein neues Teil, ohne zu wissen, dass genau dieses Teil bereits bei Linie B vorhanden ist.“ Diese fehlende Abstimmung führt zu unnötigen Kosten und ungeplanten Stillständen. Eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen kann die operative Effizienz deutlich verbessern.

Refurbishment als intelligente Alternative

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass refurbished Komponenten weniger zuverlässig sind als neue. In Wirklichkeit hat sich Refurbishment in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. „Entgegen veralteter Annahmen bringen professionelle Refurbisher Komponenten in einen neuwertigen Zustand und bieten gleichzeitig eine kostengünstigere Alternative“, sagt Syed. Zudem trägt Refurbishment zur Nachhaltigkeit bei, indem die Lebensdauer bestehender Komponenten verlängert wird.

Neuausrichtung von Inventory-Strategien nach Supply-Chain-Störungen

Die globalen Lieferkettenprobleme während der Pandemie haben viele Unternehmen dazu gezwungen, ihre Beschaffungsstrategien zu überdenken.
Laut Syed hatte dies auch positive Effekte. Unternehmen begannen, neue Lieferanten, Regionen und Beschaffungskanäle zu erschließen und ihre Netzwerke zu erweitern. „Die Wahrscheinlichkeit, Lieferzeiten einzuhalten, ist gestiegen, weil Unternehmen heute über mehr Beschaffungsoptionen verfügen.“

Umgang mit Risiko und Obsoleszenz

Strategisches Inventory Management erfordert ein klares Verständnis der Lebenszyklen von Komponenten. Faktoren wie Verfügbarkeit, Stabilität der Lieferkette und das Risiko der Obsoleszenz sollten dabei berücksichtigt werden. „Wenn ein Bauteil nur begrenzt verfügbar ist oder von anfälligen Lieferketten abhängt, sollte es im Inventory-Modell höher priorisiert werden“, erklärt Syed. Durch die Priorisierung kritischer Komponenten können Unternehmen ihre Prozesse besser vor unerwarteten Störungen schützen.

Technologie verändert das Inventory Management

Digitale Lösungen spielen eine immer größere Rolle. E-Commerce-Plattformen ermöglichen den Zugang zu globalen Lieferanten, während ERP-Systeme Echtzeit-Einblicke in Lagerbestände und Lieferzeiten bieten. Auch künstliche Intelligenz gewinnt an Bedeutung, indem sie Lifecycle-Daten analysiert und Risiken wie Obsoleszenz frühzeitig erkennt.

Über Lagerkosten hinausdenken

Viele Unternehmen konzentrieren sich in erster Linie darauf, ihre Lagerbestände zu reduzieren. Dieser Ansatz kann jedoch zu kurz gedacht sein. „In Branchen wie der Automobilindustrie können Ausfallzeiten bis zu drei Millionen Dollar pro Stunde kosten“, sagt Syed. Wenn diese Risiken berücksichtigt werden, zeigt sich, dass ein strategischer Ansatz im Inventory Management oft deutlich mehr Mehrwert bietet als das bloße Minimieren von Lagerbeständen.