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Tech Talk

Technische Ausbildung neu denken, um die Fachkräfte von morgen zu entwickeln

Zuletzt aktualisiert
März 25, 2026
Lesezeit
5 Minuten
Technische Ausbildung neu denken, um die Fachkräfte von morgen zu entwickeln

Der Mangel an qualifizierten Technikern stellt eine große Herausforderung in der Industrieelektronik dar. Anstatt darauf zu warten, dass geeignete Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt verfügbar sind, entschied sich JC-Electronics für einen anderen Ansatz: die Ausbildung im eigenen Haus. Diese Idee führte schließlich zur Einrichtung eines internen Trainingszentrums, in dem Studierende die Grundlagen der Industrieelektronik erlernen, während sie gleichzeitig im Unternehmen arbeiten. Das Programm wurde in Zusammenarbeit mit Firda, einer berufsbildenden Einrichtung in Friesland, entwickelt.

Cor Mulder, Teamleiter des Trainingszentrums bei JC-Electronics, erklärt die Motivation hinter dieser Initiative: „Wir haben erkannt, dass wir uns darauf konzentrieren müssen, die richtigen Menschen zu finden und ihnen den Rest selbst beizubringen, wenn wir keine Kandidaten mit der passenden Ausbildung und Erfahrung finden.“ Seit dem Start des Programms im Jahr 2012 haben Dutzende von Teilnehmern die 2,5-jährige Ausbildung abgeschlossen, von denen viele noch heute im Unternehmen tätig sind.

Eine Zusammenarbeit zwischen Industrie und Bildung

Um sicherzustellen, dass das Programm den Bildungsstandards entspricht, ging JC-Electronics eine Partnerschaft mit Firda ein. Laut Henk de Vries, Direktor des Firda-Standorts in Drachten, schloss diese Zusammenarbeit eine wichtige Lücke in der technischen Ausbildung. „Als JC-Electronics auf uns zukam, war Elektronik nur ein kleiner Teil unserer bestehenden Programme“, erklärt er. „Diese Zusammenarbeit gab uns die Möglichkeit, gemeinsam mit einem Unternehmen aus der Praxis einen neuen Ausbildungsgang zu entwickeln.“ Im Laufe der Jahre hat sich die Partnerschaft weiterentwickelt, da beide Organisationen die Ausbildung kontinuierlich an die Entwicklungen in der Industrieelektronik anpassen.

Lernen durch Praxis

Von Anfang an waren sich beide Partner einig, dass das Programm nicht einem traditionellen Unterrichtsmodell entsprechen sollte. Statt sich hauptsächlich auf Theorie zu konzentrieren, arbeiten die Studierenden direkt mit realen elektronischen Komponenten und praktischen Reparaturfällen. Laut Henk de Vries entspricht dieser Ansatz den Erwartungen der heutigen Generation. „Die neue Generation möchte Verantwortung für ihr eigenes Lernen übernehmen“, erklärt er. „Sie wollen keinen Lehrer, der ihnen alles vorgibt, sondern einen Coach, der sie bei Bedarf begleitet.“

Technisches Wissen ist nur ein Teil der Ausbildung. Kommunikation und Zusammenarbeit sind ebenso wichtige Fähigkeiten. Wie Cor Mulder betont, arbeiten Techniker bei der Lösung komplexer Probleme selten allein. „Ein guter Techniker behebt nicht nur Fehler, sondern kommuniziert auch mit Kollegen, um Wissen zu teilen und gemeinsam Lösungen zu finden.“

Auf der Suche nach Eigenschaften statt Erfahrung

Einer der markantesten Aspekte des Programms ist die Auswahl der Teilnehmer. Statt den Fokus auf technische Vorerfahrung zu legen, achtet das Team auf persönliche Eigenschaften und Potenzial. „Wir suchen keine fertigen Techniker, sondern Menschen mit bestimmten Eigenschaften“, sagt Cor Mulder. Eigenschaften wie visuelles Denken, Neugier, Einfallsreichtum und ausgeprägte Problemlösungsfähigkeiten sind oft wichtiger als ein technischer Hintergrund. Daher kommen die Teilnehmer aus sehr unterschiedlichen Berufsfeldern. Einige arbeiteten zuvor als Fensterreiniger, Lkw-Fahrer oder in ganz anderen Bereichen wie dem Gesundheitswesen oder der Psychologie. Diese Vielfalt umfasst sowohl neurotypische als auch neurodiverse Personen, was das Unternehmen als Stärke betrachtet.

Fachkräfte für die Zukunft vorbereiten

Die Zusammenarbeit zwischen JC-Electronics und Firda hat nicht nur einen neuen Ausbildungsweg geschaffen, sondern auch andere Kooperationen zwischen Bildungseinrichtungen und Industrie in der Region inspiriert. Für Henk de Vries ist der Grund dafür einfach: „Wenn wir in Zukunft qualifizierte Fachkräfte wollen, müssen wir heute die richtige Ausbildung schaffen.“ Cor Mulder stimmt dem zu. Durch die kontinuierliche Aktualisierung des Programms entsprechend den neuesten Entwicklungen in der Industrieelektronik erwerben die Teilnehmer sowohl praktische Erfahrung als auch aktuelles technisches Wissen. So ist die nächste Generation von Technikern nicht nur auf die Technologien von heute vorbereitet, sondern auch auf die Innovationen von morgen.